WIFO Research Briefs

Die WIFO Research Briefs präsentieren kurze wirtschaftspolitische Diskussionsbeiträge sowie kurze Zusammenfassungen von Forschungsarbeiten des WIFO. Sie werden unter Einhaltung der Richtlinien der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) zur Guten Wissenschaftlichen Praxis und der wissenschaftlichen Politikberatung verfasst und dienen der Erhöhung der nationalen und internationalen Sichtbarkeit der WIFO-Forschungsergebnisse.

SucheErweiterte Suche

Aktuelle Ausgaben (35 Treffer)

WIFO Research Briefs, 2022, (1), 11 Seiten
Online seit: 20.01.2022 0:00
Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gestaltete sich 2021 besser als noch im Frühjahr erwartet wurde, als angenommen wurde, dass das Vorkrisenniveau in der Beschäftigung erst 2022 erreicht werden würde. Tatsächlich wurde im Jahresdurchschnitt 2021 das Vorkrisenniveau bereits übertroffen. Dennoch gibt es weiterhin noch Aufholbedarf in den kontaktintensiven Branchen Beherbergungs- und Gaststättenwesen, im Bereich Verkehr und Lagerei, und hier insbesondere im Bereich Land- und Luftverkehr, Kunst, Unterhaltung und Erholung sowie in den persönlichen Dienstleistungen, aber auch bei den Reisebüros, wo das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht werden konnte. Für 2022 erwartet das WIFO, dass sich der Arbeitsmarkt weiter günstig entwickeln wird, obschon Unsicherheit nach wie vor in Hinblick auf die pandemische Entwicklung besteht.
WIFO Research Briefs, 2021, (15), 11 Seiten
Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Online seit: 21.12.2021 0:00
Die Maßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie haben dazu geführt, dass Schulen in den meisten EU-Ländern (zum Teil) geschlossen wurden. Internationale Daten zu Schulschließungen zeigen, dass sich Österreich in der Anfangsphase der Pandemie ähnlich wie die meisten anderen untersuchten Länder verhielt. In der zweiten Phase zwischen September 2020 und Juni 2021 waren die Schulen jedoch vergleichsweise lange geschlossen, während andere Länder ohne weitere Schulschließungen durch die COVID-19-Pandemie kamen. Die internationale Literatur zu den Effekten von Schulschließungen zeigt mehrheitlich, dass Schulschließungen durch die COVID-19-Pandemie vor allem die jüngeren Schulkinder als auch die Gruppe der Schulkinder aus sozioökonomisch benachteiligten Haushalten besonders getroffen haben, sodass ein nachhaltiger Förderfokus auf diese Gruppen gelegt werden sollte. Für Österreich liegen bislang nur Befragungsbefunde zu den Auswirkungen von Schulschließungen vor. Nun gilt es, diese Erkenntnisse um standardisierte Leistungstests zu ergänzen, um das Förderstundenpaket gezielt und evidenzbasiert weiterzuentwickeln.
Verbraucherpreise in Österreich 2021 bis 2023: Entwicklung und Ausblick (Consumer Prices in Austria 2021 to 2023: Development and Outlook)
WIFO Research Briefs, 2021, (14), 10 Seiten
Online seit: 17.12.2021 11:00
Die Steigerungen in den Verbraucherpreisen, die derzeit global beobachtet werden, sind zu einem großen Teil auf Basis- und Sondereffekte zurückzuführen, die unmittelbar eine Folge der COVID-19-Pandemie und der dadurch ausgelösten weltweiten Rezession, sowie der (unerwartet) raschen Erholung davon, sind. Vor allem die stark gestiegenen Energiepreise (Mineralölprodukte im Jahr 2021, Gas und Strom im Jahr 2022) und die Preise für (dauerhafte) Konsumgüter tragen den Preisauftrieb auf der Verbraucherebene (VPI). Auf Basis der aktuellen WIFO-Konjunkturprognose vom Dezember erwartet das WIFO eine Inflationsrate laut Verbraucherpreisindex für 2021 von +2,8%; realisiert Jänner bis November 2021: Ø 2,6%, Dezember 2021: +4,5%) und 2022 bei +3,3% (I. Quartal 2022: +4½%, IV. Quartal 2022 +2%). Der Höhepunkt in der monatlichen Inflationsdynamik dürfte mit etwa +5% im Jänner 2022 erreicht werden und bis zum Jahresende 2022 auf rund +2% zurückgehen. Die aktuelle WIFO-Prognose für die Lohnentwicklung impliziert, dass durch Teuerung 2021 im Folgejahr keine Lohnpreisspirale in Gang kommt. Das WIFO schätzt den kräftigen Preisauftrieb in den Jahren 2021 und 2022 im überwiegenden Ausmaß als vorübergehend ein, erwartet jedoch nicht, dass sich die Inflationsdynamik wieder auf die (sehr) niedrigen Teuerungsraten der Periode 2010 bis 2020 abschwächen wird.
WIFO Research Briefs, 2021, (13), 18 Seiten
Online seit: 23.11.2021 0:00
In dem am 3. Oktober 2021 vorgestellten Steuerreformpaket der österreichischen Bundesregierung ("Ökosoziale Steuerreform") wird mit der Bepreisung von CO2 ein neues Werkzeug im Mix der wirtschaftspolitischen Instrumente verfügbar, dessen Design und Wirkung allerdings noch mit vielen Unsicherheiten verbunden sind. Mit dieser Bepreisung von Treibhausgasen folgt Österreich einer sowohl in Europa als auch global immer stärker werdenden Tendenz. Dieses Instrument soll Anreize für die Restrukturierung des Wirtschafts- und Lebensstils setzen, die nicht nur den Klimawandel eindämmen helfen, sondern auch Wohlstand, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Gabriel Felbermayr (WIFO), Alexander Sandkamp (IfW)
Antidumpingzölle, Preise und China: Freihandel als Retter in der Not? (Antidumping Duties, Prices and China: Free Trade to the Rescue?)
WIFO Research Briefs, 2021, (12), 8 Seiten
Online seit: 25.10.2021 0:00
Die jüngste Kombination aus wieder anziehender Nachfrage und anhaltenden Unterbrechungen der Lieferketten hat zu einer besorgniserregenden Rückkehr der Inflation geführt. In der EU stiegen die Erzeugerpreise der Industrie im Juli 2021 um 12,2% gegenüber dem Vorjahr. In diesem Research Brief wird auf der Grundlage zweier aktueller Arbeiten argumentiert, dass die Abschaffung der EU-Antidumpingzölle den Druck auf die Vorleistungs- und Verbraucherpreise zumindest teilweise mildern würde. Im Gegensatz dazu könnte die jüngste Abschaffung der differenzierten Behandlung Chinas in der EU-Antidumpinggesetzgebung sogar zu einem Anstieg der Importpreise beigetragen haben.
Michael Peneder (WIFO), Catherine Prettner (ST.AT)
Die Produktivität österreichischer Unternehmen von 2008 bis 2018 (Productivity of Austrian Companies from 2008 to 2018)
WIFO Research Briefs, 2021, (11), 6 Seiten
Auftraggeber: Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort
Online seit: 28.10.2021 9:00
Dieser Beitrag fasst die Ergebnisse einer Studie über die Entwicklung der Arbeits- und Multifaktorproduktivität in österreichischen Unternehmen im Zeitraum von 2008 bis 2018 zusammen. Er basiert auf mikroaggregierten Unternehmensdaten, die in Zusammenarbeit mit dem OECD-Projekt "Multiprod 2.0" erhoben und ausgewertet wurden. Sie bestätigen sowohl eine große Heterogenität zwischen den Unternehmen als auch zahlreiche systematische Unterschiede. Beispiele für relevante Einflussfaktoren, die je nach Wirtschaftszweig unterschiedlich wirken, sind Größenvorteile in der Produktion, ein höheres durchschnittliches Produktivitätswachstum junger Unternehmen oder die Reallokation von Produktionsanteilen. So trägt beispielsweise die Umverteilung von Produktionsanteilen zugunsten der produktivsten Unternehmen dazu bei, dass die Unternehmen an der Spitze der Produktivitätsverteilung mit Abstand die meisten neuen Arbeitsplätze schaffen. Insgesamt unterstreichen die empirischen Ergebnisse die Bedeutung von Strukturwandel und offenen Märkten, die jungen und besonders produktiven Unternehmen Wachstumschancen bieten.
WIFO Research Briefs, 2021, (10), 17 Seiten
Online seit: 20.08.2021 7:00
Der rasche Wirtschaftsaufschwung nach der schweren Rezession durch die COVID-19-Pandemie zeigt Friktionen entlang wichtiger Wertschöpfungsketten. Aufgrund von Engpässen im Transportsystem und weil das Angebot von Rohstoffen und Agrargütern die rasch ansteigende Nachfrage nicht zur Gänze decken kann, sind die Preise vieler Waren ab der zweiten Jahreshälfte 2020 (teilweise sehr) stark angestiegen. Erfahrungsgemäß reagieren die Lebensmittelpreise mit einer gewissen Verzögerung auf Preisänderungen von Agrargütern. Für das laufende Jahr 2021 wird ein Anstieg der Preise von Nahrungs- und Genussmitteln von 1,7% erwartet wobei der Preisanstieg im 1. Halbjahr lediglich 0,9% betrug und im 2. Halbjahr eine Teuerung von 2,5% erwartet wird. Im kommenden Jahr wird ein Anstieg von 2,8% prognostiziert (1. Halbjahr +3,9%, 2. Halbjahr +1,8%).
WIFO Research Briefs, 2021, (9), 12 Seiten
Online seit: 05.07.2021 9:00
Die COVID-19-Pandemie, aber auch die zunehmenden geopolitischen Spannungen haben der Frage nach einer Rückverlagerung der Produktion von "kritischen Produkten" neues Gewicht verliehen. Wie die Analyse zeigt, ist die Importabhängigkeit Österreichs sowohl bei COVID-relevanten Produkten als auch bei Schlüsseltechnologien auf einige wenige Bereiche begrenzt – das Gros der kritischen Güter stammt von Handelspartnern innerhalb der EU. Für die verbliebenen Bereiche identifiziert die Studie inwieweit die jeweiligen Güter zur österreichischen Industriestruktur passen (technologische Nähe, Wettbewerbsfähigkeit), was eine mögliche nationale Produktion erleichtern würde. Des Weiteren wird in einer regionalen Analyse untersucht, in welchen Bundesländern günstige Ausgangsvoraussetzungen für eine Produktionsansiedelung der unterschiedlichen kritischen Güter bestehen. Zuletzt wird deutlich, dass der Staat als zentraler Anbieter von Gesundheitsleistungen einen großen Nachfragehebel bei vielen COVID-relevanten Produkten hat, und daher in einigen Bereichen direkten Einfluss auf die Wertschöpfungsketten nehmen könnte.
Beschäftigung liegt im Mai erstmals wieder über dem Vorkrisenniveau (Employment Above Pre-crisis Level Again for the First Time in May)
WIFO Research Briefs, 2021, (8), 11 Seiten
Online seit: 28.06.2021 9:00
Am 19. Mai 2021 durften Gastronomie (Innen- und Außenbereiche), Sport-, Freizeit- und Kulturbetriebe, Hotels sowie Bäder unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen nach mehr als einem halben Jahr in ganz Österreich wieder öffnen. Damit gab es erstmals seit November 2020 österreichweit keine nennenswerten pandemiebedingten Einschränkungen mehr für die Beschäftigung. Diese konnte Ende Mai 2021 auch erstmals wieder das Vorkrisenniveau übertreffen. Allerdings darf dieser Befund nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter angespannt bleibt. Einerseits, weil es Wirtschaftsbereiche gibt, die das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht haben, andererseits, weil die Arbeitslosigkeit noch merklich höher liegt als im Vorkrisenjahr. Zu den Branchen, die noch nicht an das Vorkrisenjahr anschließen konnten, zählen die kontaktintensiven Bereiche Beherbergungs- und Gaststättenwesen, die Dienstleistungen des Sports, der Unterhaltung und Erholung, der Land-, Luft- und Schiffverkehr sowie die persönlichen Dienstleistungen.
Verzögerungen und starke Preissteigerungen im Containerfrachtverkehr – Bedeutung für den österreichischen Außenhandel (Delays and Sharp Price Increases in Container Freight Transport – Relevance for Austria's Foreign Trade Relations)
WIFO Research Briefs, 2021, (7), 16 Seiten
Online seit: 22.06.2021 0:00
Ab der Jahresmitte 2020 kletterten die Frachtraten für Schiffscontainer in ungeahnte Höhen. Die rasch einsetzende Erholung der Sachgütererzeugung und Besonderheiten im Erholungsmuster des Welthandels durch ein verändertes Konsumverhalten während der COVID-19-Pandemie zählten zu den wichtigsten Gründen. Die Verlangsamung in der maritimen Lieferkette und die Suezkanal-Blockade verschärften die Situation weiter. Vor allem die Schiffsroute von Asien nach Europa war von den Preissteigerungen betroffen. Österreich importiert Waren im Wert von 14,5 Mrd. € aus Asien und rund 40% (5,6 Mrd. €) davon über den Seeweg. Aus China stammen davon mehr als die Hälfte dieser maritimen Importe aus Asien. Der Großteil davon fällt auf Kraftfahrzeuge, mechanische und elektrische Geräte (z. B. Waschmaschinen, Kühlschränke), Möbel und andere Konsumgüter. Insgesamt dürften rund 17% der österreichischen Extra-EU-Importe, bzw. rund 4% der österreichischen Gesamtimporte, von der rasanten Kostensteigerung auf den Schiffsrouten von Asien nach Europa betroffen sein. Internationale Prognosen gehen derzeit davon aus, dass sich die daraus ergebende Lieferproblematik im weiteren Jahresverlauf beruhigt und die Wachstumsaussichten für die Produktion und den Außenhandel nicht wesentlich beeinträchtigt werden.
Mehr